Weinlese bei den Rennersistas – 5 Min mit Anne

WEINLESE BEI DEN RENNERSISTAS MIT ANNE

Wolltest du schon immer wissen, wie die Weinlese bei den Rennersistas aussieht? Anne hat es für dich ausprobiert. Sie war eine Woche lang mit ihrem Mann im Burgenland, um zusammen mit einem Team von Erntehelfer*innen den Rennersistas (inkl. Bruder natürlich 😉) bei der Ernte der Trauben zu helfen, aus denen dann die wunderbaren Weine entstehen, die wir so gerne trinken.

Bereit? Schenk dir einen Waiting for Tom Weiss oder am besten den Rennersistas BLFRNKSCH Blaufränkisch ein und lass uns die Vibes spüren!

Welchem Weingut hast du bei der Ernte geholfen?

Anne: Den Rennersistas: d.h., Steffi, Georg und Susanne Renner – in Gols, Österreich (in der Weinregion Burgenland).

Wie lange hat für dich die Weinlese bei den Rennersistas gedauert?

Anne: Ich war eine ganze Woche lang dort (vom 12. bis 19. September).

Wie groß war euer Weinleseteam?

Anne: Unser Team bestand aus ungefähr 15 Personen. Dazu gehörten eine feste Crew, die jeden Tag aus Ungarn anreiste, sowie Steffi und Georg (die Winzer), ihr deutscher Praktikant Lucas und ihre wunderbare Mama Birgit und Papa Helmut, die uns gelegentlich auf den Feldern halfen. Außerdem hatten wir das große Glück, dass Anna, unsere ehemalige Praktikantin und baldige Festangestellte, die früher auch Praktikantin bei Rennersistas war, in dieser Woche zu uns stieß!

Was war ein typischer Tag?

Anne: Die Weinlese bei den Rennersistas beginnt ziemlich früh. Ein typischer Tag begann um 5:30 Uhr!
Wir holten uns einen schnellen Snack und fuhren mit dem Fahrrad zum Weingut. Nach der Ankunft tranken wir einen von Lucas‘ berühmten Espressi und um 7 Uhr versammelten wir uns alle auf dem vorgesehenen Feld, um mit der Ernte zu beginnen!

Die Dauer der Weinlese hing immer vom Wetter ab. In der Woche, in der ich dort war, war es ziemlich warm und deshalb haben wir nur bis 12 oder 13 Uhr geerntet (weil die Sonne manchmal zu heiß war). Bei der Weinlese waren wir immer mit jemandem zusammen und bekamen eine Schubkarre (oder „Talicska“ – ungarisches Wort für Schubkarre, was sehr wichtig zu wissen war), ein Paar Handschuhe und eine Gartenschere.
Jede Traube musste vor dem Schnitt gründlich inspiziert werden. Je nach Qualität der Trauben ernteten wir manchmal mehr als eine Rebsorte an einem Tag. (Der Pinot Noir war am schwierigsten – jetzt verstehe ich, warum man ihn die Herzschmerztraube nennt.)

Oha, das glauben wir! Und dann?

Anne: Nach der Weinlese kehrten wir zum Weingut zurück, um das Mittagessen zu essen, das Mama Birgit täglich für uns zubereitet hatte. Und was für tolle und leckere Gerichte sie zubereitete! Normalerweise kochte sie für jeden Wochentag eine andere Suppe (die Mittwoch Suppe war der Renner, höhö).
Wenn das Mittagessen vorbei war (und vielleicht nach einem weiteren Kaffee), halfen wir Steffi und Georg im Keller. Hier hatten wir die Möglichkeit, bei vielen verschiedenen Schritten der Weinherstellung mitzumachen. Es wurde gestampft, gepresst, die Dichte des Weins überprüft und wir durften auch alle Pet Nats in Flaschen abfüllen! Und natürlich – die Verkostung! 😉
 Die Ernte bei den Rennersistas ist nun mal nicht nur Trauben lesen – da gibt es noch eine ganze Menge mehr zu tun!

Die Abenden verbrachten wir damit, einige der benachbarten Weingüter (8gb.-Partnerweingüter) wie Pittnauer, Judith Beck und Claus Preisinger zu besuchen, wo wir immer tolle Führungen und Einblicke in ihre Weine und ihr Weingut bekamen… und natürlich… noch mehr Verkostungen. 😆

Unsere Abende endeten in der Regel auf dem Weingut, wo Steffi unsere verrückten Fähigkeiten mit einer Blindverkostung (meist mit anderen tollen österreichischen Naturweinproduzenten) testete. Danke für’s Teilen dieser schönen Flaschen, Steffi!

Was waren für dich die besten Momente?

Anne: Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn ich hatte viele Lieblingsmomente.
Einer davon war, als Steffi uns erlaubte, an einer der Traditionen der Rennersistas teilzunehmen (die auch auf der Tradition der Portweinherstellung basiert), bei der wir 30 Minuten lang auf den Trauben herumtrampelten, während wir Champagner tranken (und dabei auch noch gute Musik hörten).

Ein weiterer großartiger Moment war, als mein Mann und ich beschlossen, in der hübschen Wohnung, in der wir wohnten, für sie zu kochen, und wo wir natürlich eine weitere Blindverkostung veranstalteten.

Ein letzter Lieblingsmoment, und wahrscheinlich der romantischste, war es, den Sonnenaufgang in den Weinbergen während der Weinlese zu erleben.

Auf welche Herausforderungen bist du gestoßen?

Anne: Ich glaube, der einzige kleine Rückschlag oder die einzige Herausforderung war die kleine Sprachbarriere, denn ich bin französische und englische Muttersprachlerin (mit guten Deutschkenntnissen). Österreichisch war ein ganz anderes Level – so sehr, dass mein deutscher Ehemann mir auch nicht immer helfen konnte. Aber Georg und Steffi waren immer so unglaublich geduldig mit uns und holten ihr Hochdeutsch hervor.
Aber am Ende des Tages half uns der Wein immer, einander besser zu verstehen. 😉

Erzähle uns mal eine Anekdote 🙂

Anne: An meinem letzten Tag waren wir eingeladen, Georg, dem Kapitän der Gols-Fußballmannschaft, zuzuschauen und anzufeuern. Es hat so unglaublich viel Spaß gemacht, mit der Familie Renner dort zu sein, zu jubeln und zu schreien und natürlich Wein zu trinken… Den Rennersistas Waiting for Tom Rot, um genau zu sein.
Oh, und sie haben gewonnen!
Außerdem habe ich dort zum ersten Mal in meinem Leben Leberkäse probiert, um mein ganzes Österreich-Erlebnis zu vervollständigen.

Vielen Dank Anne, dass du dir die Zeit genommen hast und uns Einblicke in deine Weinlese bei den Rennersistas geben konntest!

Hast du auch Durst bekommen? Hier geht es zu den wunderschönen Weinen von den Rennersistas! Noch mehr Weinlese Stories? Hier findest du die Insights von Piri Naturel, und die Stories von Jess und Philipp.

Von Oriane Dinse in Naturwein 101, gepostet am 14.10.2021