Wine Shopping like a Pro

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© Viacheslav Iakobchuk

Wie der Geschmack eines Weins entsteht

Robert Parker hat den Dreh raus. Und natürlich Chandra Kurt. Und auch Antonio Galloni. Sie alle sind berühmte Weinkritiker*innen und sagen das ABC der Weine im Schlaf auf. Vielleicht hast Du ihre Namen schon mal gehört. Sie wissen einfach, worauf es bei der Wahl des „richtigen Weins” ankommt.
Und klar, von den Profis kannst Du eine Menge lernen, wenn Du mit der Zeit wirklich zum Weinkenner bzw. zur Weinkennerin werden willst … aber alles der Reihe nach. Fangen wir bei den Basics an!

Obwohl Du kein Vorwissen brauchst, um bei uns deinen ersten Wein zu bestellen, willst Du vielleicht die Antwort auf die wichtigsten Fragen kennen. Damit bekommst Du in der facettenreichen Welt der Weine eine gute Orientierung an die Hand. Grund genug, uns gleich zum Start unseres 8greenbottles-Blogs einem wichtigen Thema zuzuwenden – dem Geschmacksprofil des Weins. Was genau sind trockene Weine? Was hat es mit der Säure des Weins auf sich? Welchen Einfluss hat Tannin? Wirkt sich Weinstein auf den Geschmack aus?

Der Geschmack von Wein ist ein Kaleidoskop

Logo, mancher Rot- oder Weißwein schmeckt Dir. Einen anderen lässt Du nach wenigen Schlucken höflich stehen. Das ist ganz normal, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Und genauso setzt jede Weinsorte andere Akzente. Die Zusammensetzung des Weingeschmacks ist deshalb hochkomplex. Was den einen Weinfreund zum Entkorken der zweiten (oder manchmal dritten) Flasche verleitet (und zu stundenlangen Gesprächen über Foucault bewegt), schlägt den anderen (uninspiriert) in die Flucht. Short Story long: Du hast Korken oder Schraubverschluss endlich erfolgreich vom Flaschenhals manövriert. Yeah, der erste Schritt ist getan. Jetzt geht’s ans Eingemachte. Schauen wir uns die wichtigsten Aspekte genauer an…

1. Trocken vs. süß – und alles dazwischen

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Tatsächlich hat diese Einordnung mit dem Zuckergehalt (und dessen Relation zur Säure) in Deinem Wein zu tun. Hast Du einen Chardonnay oder Weißburgunder gewählt, handelt es sich typischerweise um Vertreter der trockenen Weine. Damit sind all jene Tropfen gemeint, die maximal 9 Gramm Restzucker je Liter enthalten, solange die Gesamtsäure maximal 2 Gramm niedriger ist. Die Früchte sind hier fast vollständig durchgegoren. Daneben gibt es die halbtrockenen oder „feinherben“ Weine mit bis zu 12 Gramm Restzucker – ein schönes Exemplar ist hier der Gewürztraminer. Dieser wird nämlich gerne etwas süßer ausgebaut. An dritter Stelle folgen liebliche Weine wie mancher Riesling von der Mosel mit einem Zuckerwert zwischen 12 und 45 Gramm je Liter. Süße Weine wie manchmal der Moscato oder die Huxelrebe haben es dann in sich: Bei mehr als 45 Gramm Zucker je Liter machen Sie Deinem Dessert Konkurrenz.

2. Die Sache mit der Säure

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Stell Dir ein Haus vor: Ohne was geht nichts? Richtig, die Grundstruktur. Das gleiche ist die Weinsäure für den Wein. Manchmal sammelt sich das darin enthaltene Kalium- oder Kalziumsalz am Flaschenboden – als sogenannter Weinstein. Der wirkt sich übrigens in keiner Weise auf den Geschmack aus. Ist die Weinsäure stark und breitet sich gleichmäßig aus, beeindruckt der Wein (ob rot oder weiß, ist erstmal egal) durch Frische und Kraft. Fehlt Säure, erscheint der von Dir getestete Wein lasch und schwach. Das wäre dann die sprichwörtliche Niete. Gehen wir vom positiven Beispiel aus und der Wein überzeugt Dich. Dann liegt das an drei Einzelkomponenten, die perfekt harmonieren. Genauer gesagt setzt sich der säuerliche Geschmack des Weins aus der Weinsäure sowie Apfel- und Zitronensäure zusammen. Bevorzugst Du säurebetonte Weine, empfehlen wir Dir einen Grünen Veltliner oder Spätburgunder (Pinot Noir). Unter den weniger säurebetonten Weinen finden sich Grauburgunder und Zweigelt. Alles klar?

3. Tannin macht den Wein herb

Der berühmte Gerbstoff aus Beerenhaut, Kernen und Stielen der Traube (manchmal auch aus dem Holz bei Lagerungen im Fass) verleiht dem Wein einen besonderen Charakter. Hattest Du jemals einen pelzigen Geschmack auf der Zunge? Jetzt weißt Du, warum. Tannin war’s! Vor allem Rotwein wird durch die Ausbreitung von Tannin leicht bitter –
St. Laurent und Dornfelder sind schöne Beispiele. Andere Rotweinsorten enthalten vergleichsweise wenig Tannin, so etwa der Spätburgunder. In Weißwein gelangt der Gerbstoff generell kaum. Allerdings kann der Stoff auch in weißen Rebsorten vorkommen, zum Beispiel wenn diese auf der Maische vergoren und im Holz ausgebaut werden. So entstehen die sogenannten Orange Wines, die sich neben ihrer orangenen Farbe durch eine bittere Note auszeichnen. Natürlich gilt: Gut ist, was schmeckt. Hier scheiden sich die Geister.

4. Frucht weckt Assoziationen

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Damit wir uns richtig verstehen – jeder Wein besteht selbstverständlich aus einer einzigen Fruchtart, der Traube. Im Detail wird aber jede Weinkennerin darauf beharren, andere Spuren von Früchten und Aromen in ihrem Lieblingswein aufspüren zu können, durch Geruch und Geschmack. Aufgepasst, Inspektor Clouseau! In bestimmten Rebsorten wie Riesling oder Grauburgunder werden zumeist Aromen gelber Zitrusfrüchte wie Grapefruit oder Limette entdeckt. Ein Cabernet Sauvignon kann hingegen an Rosinen oder Açai erinnern, während der St. Laurent gerne Aromen der Roten Johannisbeere trägt.

5. Im Körper kommt alles zusammen

Last but not least: der Gesamteindruck. Wie fühlt sich der Wein nach dem Nippen im Mundraum an? Liegt er schwer und voluminös auf der Zunge oder erscheint Dir der Wein eher leicht und vergeht rasch? Geschmack und Aroma sind hier also kein Kriterium. Viele Weinkenner sehen einen schweren Körper in Abhängigkeit von einem hohen Alkoholanteil. Entscheidend ist jedoch vor allem, wie Du selbst den Wein wahrnimmst. Wenn Du Dir das Ganze nicht recht vorstellen kannst, auch hier einige Beispiele: Während ein Spätburgunder in der Regel wenig Körper besitzt (leicht), weist der Zweigelt oft einen mittelkräftigen Körper auf. Der Blaufränkisch kann gut als schwerer Wein ausgebaut werden. Am besten probierst Du sie alle selbst aus.

Welcher Wein passt zu Dir?

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Die Antwort liegt im Experiment. Sicher hast Du eine gewisse Vorstellung, ob Du zu trockenen oder lieblichen Weinen tendierst. Ob Du allerdings von Grauburgunder oder Spätburgunder Herzen in den Augen bekommst, liegt an Dir. Sei neugierig, wage Neues. Jeder Wein kann mit überraschenden Geschmacksnoten aufwarten. In unserem Online-Shop findest Du sorgsam ausgewählte Weine mit harmonischem Gesamteindruck. Diese kannst Du probieren und dann auch bewerten. So können wir Dir Deinen eigenen Weinshop mit Weinen erstellen, die auch wirklich Deinem Geschmack entsprechen. Kurzum #nurlieblingsweine. Hast Du Fragen oder Anmerkungen? Schreib uns. Und wenn Du schon dabei bist: Like uns am besten gleich auf Facebook und folge uns für regelmäßige Stories auf Instagram!

Von Kai in Lieblingsstories, gepostet am 05.062018